Zwischen Wut und Verbindung

Lena Glöckner • 18. Februar 2026

Warum alte Muster tiefer wirken, als uns bewusst ist

Vielleicht hast du beim letzten Beitrag gedacht: 
Ja. Das stimmt. Da ist etwas in mir.
Du erkennst deinen Perfektionismus. Du siehst die Zweifel. Du verstehst, dass es alte Programme sind. Und dann passiert es wieder.

Der Morgen kippt. 
Dein Kind hört nicht. 
Du wirst schärfer, als du wolltest und danach sitzt du da mit diesem Gedanken: 
Jetzt weiß ich es doch. Warum schaffe ich es trotzdem nicht anders?

Genau hier wird es wichtig.
Denn zwischen Erkennen und Verändern liegt ein Raum, den viele unterschätzen, denn 
Verstehen ist kein Schalter. Nur weil du deine Muster siehst, verschwinden sie nicht.

Unsere Reaktionen entstehen nicht im Kopf, sie entstehen im Nervensystem.
Wenn dein System Stress spürt – Zeitdruck, Lautstärke, Widerstand, greift es auf das zurück, was es kennt. Auf alte Muster. Auf Schutz. Und das völlig unbewusst.

Vielleicht war Perfektionismus einmal dein Weg, sicher zu sein. Sicher vor Ablehnung, vor Kritik. 
Vielleicht war Kontrolle dein Weg, nicht verletzt zu werden. Vielleicht war Lautwerden dein Weg, gehört zu werden.

Dein Nervensystem reagiert schneller als dein Bewusstsein. Das ist kein Versagen. 
Dein Muster ist ein Schutzmechanismus.

Was es schwer macht, ist nicht nur die Eskalation. Es ist das, was danach kommt.
Die Selbstkritik und das Versprechen, es beim nächsten Mal besser zu machen. 
Es ist der innere Anspruch, jetzt doch endlich „bewusst“ zu reagieren und genau dieser Druck aktiviert wieder Stress.
Du versuchst ruhiger zu sein, aber innerlich spannst du dich noch mehr an.

Veränderung entsteht nicht durch Kontrolle. Sie entsteht durch Sicherheit.
Was wirklich hilft:
Nicht härter mit dir zu sein, sondern ehrlicher.
Statt dich zu fragen: 
„Warum bin ich so?“ könntest du dich fragen: „Was hat sich in mir gerade unsicher gefühlt?“

War es die Angst, bewertet zu werden? Die Angst, die Kontrolle zu verlieren oder das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden?
Wenn du beginnst, deine Reaktion als Schutz zu sehen – nicht als Fehler – verändert sich der Blick. Und dieser Blick verändert langfristig dein Verhalten.

Du musst nicht perfekt reagieren. Dein Kind braucht keine makellosen Eltern. 
Dein Kind braucht Eltern, die sich selbst verstehen.
Ein ehrliches „Ich war gerade überfordert“ wirkt stärker, als jede perfekte Strategie.

Bewusstsein ist kein Ziel, sondern ein Prozess. Dieser Prozess darf langsam sein, denn dann ist er nachhaltig und verändert alles.
Muster lösen sich nicht, weil wir sie erkennen. Sie lösen sich, wenn wir aufhören, gegen sie zu kämpfen.
Denn das ist der nächste Schritt: 
Nicht besser funktionieren, sondern dich selbst weicher betrachten.
Veränderung beginnt nicht mit Kontrolle, sondern mit Selbstmitgefühl.


Wenn du tief in dir spürst, dass du Veränderung willst und es nicht schaffst aus deinen Mustern auszubrechen, dann ist mein Konzept genau das richtige für dich.

In meinem neuen Programm „Zwischen Wut und Verbindung“ geht es unter anderem genau darum: 
Wie du dich und deine inneren Muster verstehst, dein Nervensystem stärkst und Schritt für Schritt mehr Handlungsspielraum gewinnst, nicht durch Kontrolle, sondern durch innere Stabilität. 

Das Programm startet im März 2026. 
Wenn du mehr Informationen über Inhalt und Umfang haben möchtest, kannst du dich hier unverbindlich auf die Warteliste setzen.

Ich freue mich sehr auf dich,
Lena
von Lena Glöckner 4. März 2026
Es gibt einen Punkt in unserem Leben, da schauen wir zurück und überlegen uns was wohl so schief laufen konnte, wo man falsch abgebogen ist und wie man jetzt aus dieser Phase wieder rauskommt. Und genau da ist der springende Punkt. Wir denken ganz oft, dass wir uns in einer Phase befinden, die bestimmt bald wieder besser wird. Schreiphase, Trotzphase des Kleinkindes, schlechte Schlafphase, Konfliktphase, Übergangsphase - was auch immer und einfällt wie wir diese Dinge benennen sollen. Dann heisst es oft: Augen zu und durch, Fäuste in der Tasche ballen, atmen und darauf hoffen, dass es bald vorbei ist. Wir lesen Bücher über die Trotzphase des Kindes und den Umgang damit, hören Podcasts über besseres Kommunizieren in Beziehungen und fragen ChatGPT nach den besten Tipps für Wutanfälle beim Zähneputzen und Anziehen des Kindes. Abends sitzen wir auf der Couch, fühlen uns wie ein ausgeblasenes Ei und beglückwünschen uns, dass wir den Tag überlebt haben, aber ganz ehrlich fühlt es sich nicht nach „leben“ an. Dabei haben wir doch eigentlich alles was wir wollten, worauf wir hingearbeitet haben seit der Gesamtschule. Irgendwann einen Partner zu haben, Ausbildung/Studieren - einen Job, Zusammenziehen, Haus kaufen/bauen, dann das erste Kind und irgendwann das Zweite oder sogar Dritte Kind. Ist es nicht das, was das Leben ausmacht? Was wir vorgelebt bekommen haben und der „Goldstandard“ im Leben eines Menschen ist? Lies dir nochmal die ersten Sätze dieses Beitrags durch. Da stehen wir nun in diesem selbstgewählten Leben mit Konflikten und Wutanfällen mit dem Kind, schwierige Beziehungsdynamiken, einem kritisierenden Umfeld und den eigenen Selbstzweifeln. Wartend auf bessere Zeiten, das vorüberziehen der schwierigen Phase und das endliche Einstellen der herbeigesehnten Zufriedenheit. Dann legen wir uns ins Bett, der nächste Tag bricht an und das ganze geht von vorne los. Täglich grüßt das Murmeltier und es vergeht die Stunde, der Tag, die Woche, der Monat, das Jahr - das Leben. Wann genau wollten wir unbedingt etwas verändern, damit wir wieder glücklich sind? Wo genau sind wir falsch abgebogen? Kann man wieder zurück? Nein! Alles in deinem Leben zeigt dir gerade auf, wo du heilen und wachsen darfst. Jeder Konflikt mit deinem Kind berührt ungelöste Punkte in dir. Wir haben so viele Überzeugungen wie das Leben zu sein hat, wie wir uns als Mama und Papa verhalten sollen, was eine Beziehung ausmachen muss usw. Alles in „Normen“ festzementiert, in manchen Köpfen unverrückbar und als das erstrebenswerte Leben dargestellt. Familienleben ist nichts was man mit Zement in eine Form giessen kann. Es ist für jede Familie individuell und darf immer wieder an neue Gegebenheiten angepasst werden. Nicht irgendein verrücktes Ziel wie Familie auszusehen hat ist erstrebenswert, sondern der Weg - die Reise, die man Zusammen als Familie gehen darf. Ein (Familien-) Leben ohne Konflikte, ohne Schmerz, ohne Widerstände oder Angst gibt es nicht. Es gehört einfach dazu. Das, was wir lernen dürfen ist, wie wir damit umgehen, ob es unsere Entscheidungen beeinflusst und wie bewusst wir damit sind. Wir stellen uns viel zu oft die falschen Fragen. Wir fragen oft nach dem "Warum" und das ist wenig hilfreich, denn Warum-Fragen sind rückwärtsgewandt. Frage dich nach der Lektion, dem Grund - dem "Wozu", dem Zweck. Was darf ich hierdurch lernen? Wo/Was möchte mir jemand mitteilen? Oder wo/bei was darf ich in Zukunft anders reagieren? Nimm diese Fragen mit in deinen Alltag und schau einmal welche Gedanken sich hieraus ergeben. Ich wünsche dir viele wertvolle Erkenntnisse, Lena
von Lena Glöckner 13. Februar 2026
Stell dir folgende Situation vor: Es ist früher morgen und dein Kind sitzt auf dem Boden und spielt. Die Jacke liegt bereit, die Schuhe stehen an der Tür. In zehn Minuten müsst ihr los zur Kita, sonst kommst du zu spät zur Arbeit. "Komm bitte zu mir zum Anziehen, wir müssen gleich los zur Kita!" Du sagst es ruhig. Einmal. Dann ein zweites Mal. "Bitte beende dein Spiel jetzt und ziehe dich an. Es ist schon sehr spät. Wir müssen gleich los!" Dein Kind spielt weiter und reagiert nicht, sagt „Nein!“ oder dreht sich weg. In dir zieht sich etwas zusammen. Du spürst den Zeitdruck und weißt, dass du gleich gehen musst. Du willst nicht hetzen oder wieder laut werden. Und trotzdem kippt die Situation. Deine Stimme wird schärfer und dein Kind beginnt zu weinen, zu schreien oder verweigert sich komplett. "Ich habe es dir jetzt bestimmt schon Fünfmal gesagt und dir viel Zeit gegeben. Jetzt ist Schluss - wir müssen los!" Du spürst Hilflosigkeit und Verzweiflung. „Warum hört mein Kind nicht? Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll!“, denkst du. Am Ende eskaliert es, dein Kind weint und du fühlst dich schlecht und schuldig. Viele Mamas und Papas kennen solche Situationen und haben danach oft dieselben Fragen im Kopf: Warum habe ich so reagiert? Das wollte ich doch eigentlich anders machen. Heute richten wir gemeinsam den Blick nach Innen. In diesem Beitrag lade ich dich ein, den Konflikt zu betrachten und zu schauen was hinter der Wut verborgen liegen kann. Das Allerwichtigste, bevor wir tiefer gehen können: Mache dir bewusst, dass das Verhalten des Kindes nicht das Problem ist, sondern ein Auslöser. Es löst deine Reaktion aus und da dürfen wir dahinter schauen, so losgelöst vom Verhalten des Kindes wie möglich. Lass uns tiefer in die Hintergründe einsteigen. Gehen wir gedanklich zurück zum Anfang des Tages. Du schaust auf die Uhr, es sind noch zehn Minuten Zeit, dann müsst ihr spätestens losgehen. Das erste Kopfkino beginnt vielleicht jetzt mit: "Hoffentlich gibt es heute mal kein Theater beim losgehen, wir sind schon spät dran"! Frage dich hier, wovor du Angst haben könntest in diesem Moment. Vielleicht vor dem Wutanfall deines Kindes und den Gefühlen, die damit verbunden sind? Oder kommt in dir der Gedanke hoch, dass dein Chef es nicht gutheißen würde, wenn du wieder zu spät kommen würdest? Was denkt er über dich? Das du es nicht im Griff hast? Auch kann der Gedanke hochkommen, dass dein Kind doch auf dich hören muss, denn es ist wichtig und du fühlst dich nicht gesehen in diesem Moment. "Er/Sie weiß doch, dass wir uns jetzt beeilen müssen, warum macht mein Kind es nicht? Will es Grenzen testen, wissen wie weit sie/er gehen kann? Warum kann mein Kind nicht einmal auf mich hören...!" Du merkst bestimmt, dass es viele verschiedene Programme, ähnlich wie bei einem Computer gibt, die in unserem Inneren aktiv werden können. Den Programmen liegen meist Muster und Überzeugungen zugrunde, die wir im Laufe unserer Kindheit/Jugend abgespeichert haben. Nehmen wir das Beispiel des Perfektionismus, der oft ein Schutzmechanismus ist. Er sagt: „Wenn ich alles richtig mache, bin ich sicher.“ Sicher vor Kritik. Sicher vor Ablehnung. Sicher vor "nicht gut genug zu sein"! Wenn ich perfekt bin, keine Fehler mache, dann kann mich niemand angreifen, dann muss ich keine Konflikte eingehen, keine Grenzen setzen und keinen Standpunkt beziehen. Auch kann in dir verankert sein, dass Fehler generell schlecht sind und du dafür in der Vergangenheit bestraft wurdest. Wenn du als Kind keine Fehler machen durftest, kritische, bewertende und ergeizige Eltern hattest, kannst du als Schutzmechanismus "Perfektionismus" ausgeprägt haben. Üblicherweise folgt auf diese beschriebene Konfliktsituation, die eigene Abwertung, weil wir nicht die Eltern gewesen sind, die wir sein wollten und danach das Versprechen, es beim nächsten Mal besser zu machen. „Das wollte ich doch anders machen.“ „Warum schaffe ich das nicht?“ „Beim nächsten Mal mache ich es besser.“ Doch genau hier liegt der Punkt, denn der Druck, es „besser“ zu machen, kommt oft aus demselben inneren Muster, das dich zuvor in die Eskalation geführt hat. Vielleicht wirkt in dir der Anspruch, alles im Griff haben zu müssen oder die Angst, bewertet zu werden. Vielleicht der alte Glaubenssatz, dass ein Kind zu hören hat oder der wie schon angesprochene Perfektionismus, der sagt: „Wenn ich es richtig mache, bin ich sicher.“ Während dein Kind einfach noch spielt, läuft in dir ein ganz anderes Programm: Kontrollverlust. Zeitdruck. Selbstzweifel. Außen geht es um eine Jacke. Innen geht es um Sicherheit und Selbstwert. Und genau deshalb fühlt es sich so groß an. Wenn du beginnst zu erkennen, was in dir berührt wird, entsteht ein kleiner Abstand. Ein Moment zwischen Reiz und Reaktion. Dieser Moment ist unglaublich wertvoll, denn er gibt dir die Möglichkeit zu entscheiden, wie du reagieren möchtest. Statt nur zu denken: „Warum hört mein Kind nicht?“ hast du die Kapazitäten dich zu fragen: „Was macht diese Situation gerade mit mir?“ Dein Kind ist nicht das Problem. Es ist oft nur der Auslöser. Und Veränderung beginnt nicht damit, dein Kind besser zu steuern, sondern dich selbst besser zu verstehen. Vielleicht ist das der eigentliche Wendepunkt. Nicht Perfektion. Sondern Bewusstsein. Das Erkennen ist aber nur der erste Schritt. Doch was machst du, wenn du deine Muster siehst, den Perfektionismus, die Zweifel, die alten Programme? Im nächsten Blog Beitrag geht es darum, wie du mit diesem Bewusstsein umgehen kannst, ohne dich weiter unter Druck zu setzen. Denn Verstehen allein ist erst der Anfang. Alles Liebe für dich, Lena
von Lena Glöckner 2. Februar 2026
Es gibt diese Momente im Familienalltag, in denen man sich selbst kaum wiedererkennt. Momente, in denen man sich fest vorgenommen hat, ruhig zu bleiben, präsent zu sein, anders zu reagieren als früher – und dann kippt trotzdem etwas. Die eigene Stimme wird lauter, härter, ungeduldiger, als man es wollte, und oft passiert das schneller, als man denken kann. Nicht, weil die Liebe fehlt oder man sein Kind verletzen möchte.
Sondern weil du an deine Grenzen kommst bzw schon lange darüber hinaus bist. Ich kenne diese Momente sehr sehr gut. Nicht nur aus Gesprächen mit Eltern, sondern aus meinem eigenen Leben als Mama. Es gab Zeiten, in denen ich nach solchen Situationen lange mit mir gerungen habe, weil ich nicht verstanden habe, wie die Liebe zu meinem Kind und diese plötzliche Härte in mir gleichzeitig existieren können. Lange habe ich geglaubt, das müsse bedeuten, dass ich nicht konsequent genug bin, nicht stark genug oder innerlich zu weich. Heute sehe ich das völlig anders. Diese Momente sagen wenig über Haltung oder Absicht aus und viel mehr über den Zustand unseres Nervensystems. Wenn Kinder eskalieren, wenn Wut laut wird, wenn der Alltag eng, fordernd und überfordernd ist, dann bleibt das nicht auf ihrer Seite. Es geht durch uns hindurch. Der Körper spannt sich an, der Atem wird flacher, die Gedanken werden enger, und irgendwann übernimmt etwas, das nichts mehr mit bewusster Entscheidung zu tun hat. Schreien ist in diesen Momenten selten ein Erziehungsstil. Es ist ein Stresssignal, Ohnmacht, Hilflosigkeit. Ein Versuch, Halt zu finden, Kontrolle zurückzugewinnen oder die innere Überforderung irgendwie zu stoppen. Und genau deshalb fühlt es sich danach oft so schwer an. Denn auf das Schreien folgt nicht Erleichterung, sondern Schuld, Scham und dieses leise Versprechen an sich selbst, dass es beim nächsten Mal anders laufen wird. Und trotzdem passiert es wieder. Nicht, weil man es nicht besser wüsste, sondern weil Wissen allein nicht ausreicht, wenn der Körper im Alarmzustand ist. Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass echte Veränderung nicht dort beginnt, wo wir unser Verhalten optimieren oder neue Strategien anwenden, sondern dort, wo wir anfangen, uns selbst ernst zu nehmen. Dort, wo wir anerkennen, dass auch wir Regulation brauchen, dass auch wir gehalten werden müssen – innerlich, nicht von außen. Nicht durch mehr Disziplin, nicht durch strengere Vorsätze, sondern durch ein anderes Verständnis von dem, was in diesen Momenten wirklich passiert. Das es alte Muster sind die hochkommen, Glaubenssätze und Überzeugungen, die wir als Kinder gelernt haben. Alte Verletzungen, die in unserem Nervensystem gespeichert sind und unbewusst in diesen Situationen hochkommen. Jede Wutsituation zeigt etwas auf, was gesehen werden will. Bei dir und bei deinem Kind. Aber solange du in deinem Wutmuster drinsteckst, kannst du nicht emphatisch auf dein Kind reagieren. Du darfst hinschauen. Nicht auf das Verhalten des Kindes, sondern auf dich selbst. Du darfst lernen dich zu sehen, zu spüren wann der Körper Anspannung aufbaut und wann du innerlich stehen bleiben darfst. Je tiefer dein Verständnis für dich selbst, deine Strategien, Muster und Überzeugungen ist, umso liebevoller kannst du in der nächsten Stresssituation mit deinem Kind bleiben. Zwischen Wut und Verbindung liegt oft genau ein Moment, in dem wir aufhören, uns selbst zu verurteilen und beginnen zuzuhören. Nicht, um alles richtig zu machen, sondern um verbunden zu bleiben. Mit dem Kind. Und mit uns selbst. Im nächsten Beitrag gehe ich tiefer in Kindheitsprägungen, Muster und Schutzstrategien ein, die dich hindern, so zu reagieren wie du gerne möchtest. Lerne dein Reiz - Reaktionsmuster zu durchbrechen und werde zu dem Elternteil, was du gerne sein möchtest. Bis dahin fühle dich umarmt, Lena
von Lena Glöckner 28. Januar 2026
Wut kommt selten leise. Sie füllt den Raum, sie überrollt, sie lässt keinen Platz für Denken. Manchmal fühlt sie sich an, als würde sie alles zerstören, was man sich für den Familienalltag eigentlich wünscht. Ich erinnere mich gut an diese Momente. An Situationen, in denen die Wut meines Kindes so groß war, dass ich innerlich nur noch dachte: „Das darf doch nicht sein.“ Ich wollte sie stoppen. Beruhigen. Auflösen. Nicht aus Härte – sondern aus Angst. Aus der Angst, dass etwas aus dem Ruder läuft, wenn ich es nicht in den Griff bekomme. So habe ich es gelernt. So haben es viele von uns gelernt. Wut gilt als etwas, das man regulieren muss – von außen, durch Erziehung. Durch Worte. Durch Konsequenzen. Durch Kontrolle. Und wenn das nicht funktioniert, beginnt das leise Zweifeln. An sich selbst. An dem, was man tut. An dem, was man vielleicht falsch macht. Heute weiß ich: Diese Zweifel entstehen oft genau dort, wo wir Wut falsch einordnen. Denn Wut ist kein Zeichen von Respektlosigkeit, kein Beweis dafür, dass ein Kind „schwierig“ ist u nd auch kein Erziehungsfehler. Wut ist ein Zeichen von Überforderung. Sie taucht auf, wenn etwas im Inneren zu viel geworden ist. Wenn Gefühle größer sind als die Fähigkeiten, sie zu halten. Wenn Reize, Erwartungen, Übergänge, Nähe oder Distanz das Nervensystem überlasten. In diesen Momenten ist ein Kind nicht unwillig. Es ist nicht manipulativ und auch nicht auf der Suche nach Macht. Es ist schlichtweg überfordert. Und genau deshalb greifen viele gut gemeinte Reaktionen nicht. Nicht, weil Eltern etwas falsch machen, sondern weil sie an einer Stelle ansetzen, an der kein Zugang mehr möglich ist. Ich habe selbst erlebt, wie hilflos es sich anfühlt, wenn man in der Eskalation ruhig erklärt und merkt, dass nichts ankommt. Wenn man Grenzen setzt und das Gefühl hat, sie lösen noch mehr Wut aus. Wenn man alles gibt und trotzdem innerlich den Boden verliert. Nicht, weil man inkonsequent ist. Sondern weil in diesem Moment niemand mehr reguliert ist. Weder das Kind noch man selbst. Der Wendepunkt kam für mich nicht durch eine neue Methode, sondern durch eine andere Frage. Nicht mehr: „Wie bringe ich mein Kind dazu, damit aufzuhören?“ Sondern: „Was ist hier gerade zu viel?“ Plötzlich bekam die Wut eine andere Bedeutung. Sie war nicht mehr der Feind. Sie war ein Hinweis. Ein letztes Aufleuchten, bevor alles kippt. Und mit diesem Blick veränderte sich auch meine Rolle. Ich musste nicht mehr kämpfen. Nicht mehr reparieren. Nicht mehr beweisen, dass ich es im Griff habe. Ich durfte da sein. Halten. Den Raum sichern. Nicht perfekt. Nicht immer ruhig. Aber verbunden. Zwischen Wut und Verbindung liegt genau dieser Moment, in dem wir aufhören, gegen das Verhalten anzukämpfen und beginnen, das dahinterliegende Bedürfnis wahrzunehmen. Das bedeutet nicht, alles laufen zu lassen. Es bedeutet auch nicht, sich selbst zu vergessen. Es bedeutet, die Reihenfolge zu ändern. Erst Sicherheit. Dann Orientierung. Erst Regulation. Dann Führung. Wenn wir Wut nicht mehr als Erziehungsproblem sehen, sondern als Ausdruck von innerer Not, verändert sich etwas Grundlegendes. Nicht sofort. Nicht magisch. Aber nachhaltig. Und genau dort beginnt Verbindung. Alles Liebe Lena
Wenn nichts mehr funktioniert – und das kein Versagen ist
von Lena Glöckner 28. Januar 2026
Wenn nichts mehr funktioniert – und das kein Versagen ist

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Das Gespräch ist unverbindlich und dient vor allem der Klarheit:
Für dich, für eure Familie und für die nächsten möglichen Schritte.