Zwischen Wut und Verbindung
Wann bin ich nur falsch abgebogen?
Und genau da ist der springende Punkt.
Wir denken ganz oft, dass wir uns in einer Phase befinden, die bestimmt bald wieder besser wird.
Schreiphase, Trotzphase des Kleinkindes, schlechte Schlafphase, Konfliktphase, Übergangsphase - was auch immer und einfällt wie wir diese Dinge benennen sollen.
Dann heisst es oft: Augen zu und durch, Fäuste in der Tasche ballen, atmen und darauf hoffen, dass es bald vorbei ist.
Wir lesen Bücher über die Trotzphase des Kindes und den Umgang damit, hören Podcasts über besseres Kommunizieren in Beziehungen und fragen ChatGPT nach den besten Tipps für Wutanfälle beim Zähneputzen und Anziehen des Kindes.
Abends sitzen wir auf der Couch, fühlen uns wie ein ausgeblasenes Ei und beglückwünschen uns, dass wir den Tag überlebt haben, aber ganz ehrlich fühlt es sich nicht nach „leben“ an.
Dabei haben wir doch eigentlich alles was wir wollten, worauf wir hingearbeitet haben seit der Gesamtschule. Irgendwann einen Partner zu haben, Ausbildung/Studieren - einen Job, Zusammenziehen, Haus kaufen/bauen, dann das erste Kind und irgendwann das Zweite oder sogar Dritte Kind.
Ist es nicht das, was das Leben ausmacht? Was wir vorgelebt bekommen haben und der „Goldstandard“ im Leben eines Menschen ist?
Lies dir nochmal die ersten Sätze dieses Beitrags durch.
Da stehen wir nun in diesem selbstgewählten Leben mit Konflikten und Wutanfällen mit dem Kind, schwierige Beziehungsdynamiken, einem kritisierenden Umfeld und den eigenen Selbstzweifeln. Wartend auf bessere Zeiten, das vorüberziehen der schwierigen Phase und das endliche Einstellen der herbeigesehnten Zufriedenheit.
Dann legen wir uns ins Bett, der nächste Tag bricht an und das ganze geht von vorne los. Täglich grüßt das Murmeltier und es vergeht die Stunde, der Tag, die Woche, der Monat, das Jahr - das Leben.
Wann genau wollten wir unbedingt etwas verändern, damit wir wieder glücklich sind? Wo genau sind wir falsch abgebogen? Kann man wieder zurück?
Nein!
Alles in deinem Leben zeigt dir gerade auf, wo du heilen und wachsen darfst.
Jeder Konflikt mit deinem Kind berührt ungelöste Punkte in dir.
Wir haben so viele Überzeugungen wie das Leben zu sein hat, wie wir uns als Mama und Papa verhalten sollen, was eine Beziehung ausmachen muss usw. Alles in „Normen“ festzementiert, in manchen Köpfen unverrückbar und als das erstrebenswerte Leben dargestellt.
Familienleben ist nichts was man mit Zement in eine Form giessen kann. Es ist für jede Familie individuell und darf immer wieder an neue Gegebenheiten angepasst werden.
Nicht irgendein verrücktes Ziel wie Familie auszusehen hat ist erstrebenswert, sondern der Weg - die Reise, die man Zusammen als Familie gehen darf.
Ein (Familien-) Leben ohne Konflikte, ohne Schmerz, ohne Widerstände oder Angst gibt es nicht. Es gehört einfach dazu.
Das, was wir lernen dürfen ist, wie wir damit umgehen, ob es unsere Entscheidungen beeinflusst und wie bewusst wir damit sind.
Wir stellen uns viel zu oft die falschen Fragen. Wir fragen oft nach dem "Warum" und das ist wenig hilfreich, denn Warum-Fragen sind rückwärtsgewandt.
Frage dich nach der Lektion, dem Grund - dem "Wozu", dem Zweck. Was darf ich hierdurch lernen? Wo/Was möchte mir jemand mitteilen? Oder wo/bei was darf ich in Zukunft anders reagieren?
Nimm diese Fragen mit in deinen Alltag und schau einmal welche Gedanken sich hieraus ergeben.
Ich wünsche dir viele wertvolle Erkenntnisse,
Lena




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